Worum geht es bei HERMAION?

Mit unserem Projekt fördern wir studentische Forschung und studentische Lehre. Wir organisieren dazu jedes Sommersemester eine studentische Ringvorlesung an der philologischen Fakultät der RUB. Dabei stellen Studierende im Rahmen einer kreditierbaren Lehrveranstaltung ihre eigenen Forschungsarbeiten ihren Kommiliton*innen vor. Nach einem sehr erfolgreichen ersten Durchlauf geht das Projekt nun seit Oktober 2018 in seine zweite Runde. Aktuell läuft die Anmeldung für die nächste  Lehrveranstaltung, die im Sommersemester 2019 stattfinden wird. Deren Programm ist mittlerweile ebenfalls online.

Wie ist das Projekt entstanden?

Wir fanden es schade (wie sicherlich viele unserer KommilitonInnen auch), dass der größte Teil studentischer Forschung, zum Beispiel im Rahmen von Bachelor- und Masterarbeiten, in der Schublade verstaubt und damit viel kostbares Wissen verloren geht, das anderen Studierenden (und nicht nur diesen) zugutekommen könnte. Mit einer Ringvorlesung von Studierenden für Studierende wollten wir einen Beitrag dazu leisten, dass studentischer Forschung mehr Aufmerksamkeit zuteilwird. Im Sommer 2017 bewarben wir uns als studentisches Projektteam mit der Idee einer studentischen Ringvorlesung bei InStudies, einem Förderprogramm für studentische Initiativprojekte an der RUB. Die Bewerbung war erfolgreich und ab Oktober 2017 konnten wir unsere Arbeit aufnehmen. In der Folgezeit galt es zum einen die Unterstützung der einzelnen Institute an der philologischen Fakultät zu gewinnen und zum anderen geeignete Vortragende zu finden. In beiderlei Hinsicht waren wir erfolgreich und konnten damit ab Januar 2018 die zweite Phase des Projekts einläuten und mit der Vorbereitung und Schulung der Vortragenden und der Veröffentlichung der Veranstaltung beginnen. Das wichtigste Ergebnis unserer Werbemaßnahmen: Zum Semesterstart konnten wir über 70 Anmeldungen für unsere Veranstaltung verzeichnen und nach intensiven Monaten der Vorbereitung konnte es dann am 18.4.2018 endlich vor einem gut gefüllten Hörsaal losgehen!

 

Welchen Mehrwert bringt studentische Lehre?

Bei der Evaluation unseres ersten Projektdurchlaufs ergab sich, dass alle beteiligten Studierenden, sowohl die Vortragenden als auch die Teilnehmer*innen, vom Peer-Teaching-Ansatz in unserer Veranstaltung profitieren. Die Vortragenden konnten in einem geschützten Rahmen in die Rolle der Lehrenden schlüpfen und durch die erneute Aufarbeitung ihrer Forschungsarbeiten für die Lehrveranstaltung fachlich und vor allem didaktisch viel lernen. Die Teilnehmer*innen bescheinigten unserer Lehrveranstaltung eine besonders gute, von Augenhöhe geprägte, Atmosphäre, nahmen die Vortragenden als ehrlicher und nahbarer wahr, bekamen Einblicke in die Arbeitsweisen benachbarter Fächer und zogen viel Motivation für eigene Forschungsarbeiten aus den Vorträgen ihrer Kommiliton*innen. In einer (englischsprachigen) Case Study über unseren ersten Projektdurchlauf, die wir beim 2. Learning&Teaching Forum der EUA in Warschau im Februar 2019 vorgestellt haben, haben wir diese und weitere Erkenntnisse festgehalten und veröffentlicht.

 

Was will HERMAION mit der studentischen Ringvorlesung erreichen?

Wir wollen im Rahmen der studentischen Ringvorlesung Ergebnisse studentischer Forschung vermitteln, Wege in studentische Forschung aufzeigen, studentische Lehre ausprobieren und weiterentwickeln und Studierende verschiedener Fächer vernetzen.

 

An wen richtet sich die studentische Ringvorlesung?

Das Projekt richtet sich sowohl an Bachelor- als auch an Masterstudierende aller philologischen Fächer, die Interesse an diesem neuen Lehrformat haben:

  • Den ZuhörerInnen der Vorlesung bietet das Format einen Blick über den disziplinären Tellerrand, methodische Kenntnisse und Anreize zu eigenen Forschungsvorhaben.
  • Die Vortragenden erhalten die Möglichkeit, ihre Forschungsergebnisse einem breiteren Publikum zugänglich zu machen und sich bereits während des Studiums an der Rolle der Lehrenden zu versuchen.

 

Wie wird die Qualität der Lehre in dieser Veranstaltung gewährleistet?

  • durch sorgfältige Auswahl der Vortragenden,
  • durch ein umfassendes Workshop- und Coachingangebot für die Vortragenden,
  • durch die Begleitung und Unterstützung eines Teacher Advisory Boards, bestehend aus Herrn Prof. Dr. Glei (Klassische Philologie), Frau Prof. Dr. Simonis (Komparatistik) und Herrn Prof. Dr. Weidle (Anglistik).

 

Sommersemester 2019 | Mi 12-14 Uhr | HGB 50 | Kursnr. 050302