Julian Fischer ist nach einem Ausflug in die Musikbranche reumütig zu seinem Studium der Komparatistik und Germanistik zurückgekehrt. Aktuell bereitet er seine Promotion vor, für die das Thema seiner MA-Arbeit den Grundstein bilden könnte. Darin stellt er anhand eines Lehrgedichts aus der Frühaufklärung exemplarisch dar, was ein einzelner lyrischer Text über das Denken seiner Zeit verraten kann und welche philosophischen, theologischen, wissenschaftlichen und poetologischen Positionen am Beginn ihrer modernen Ausdifferenzierung dabei miteinander verhandelt werden.


Annika Groschwald studiert im 2-Fach-Bachelor Theater- und Medienwissenschaft an der Ruhr-Universität Bochum. Sie befasst sich schwerpunktmäßig mit kollektiven Gewalterfahrungen und der transgenerationalen Weitergabe von Traumata, auch und besonders im Kontext (post-)kolonialer Strukturen. In ihrem Vortrag widmet sie sich dem Themenkomplex der epistemischen Gewalt und geht am Beispiel von Milo Raus Kongo Tribunal und unter Einbeziehung des vielbeachteten Essays Can the Subaltern Speak? von Gayatri Spivak der Frage nach, inwieweit die Verquickung ästhetisch-theatraler und politisch-juridischer Elemente zu einer Reproduktion epistemischer Gewaltstrukturen führt. 


Melina Guebbas, aktuell im dritten Semester der Medienwissenschaft, hat zuvor Mehrsprachige Kommunikation mit Schwerpunkt auf Kultur und Medien an der TH Köln studiert. Schon während ihres interdisziplinären Bachelorstudiums galt ihre forschungsbetonte Leidenschaft den medien- und kulturwissenschaftlichen Fragestellungen. In ihren Arbeiten liegt ein besonderer Fokus auf kulturellen Repräsentationen und symbolischen Aushandlungsprozessen in popkulturellen Erzeugnissen.
Ihr bevorstehender Vortrag konzentriert sich auf aktuelle Deutungskämpfe innerhalb der Techno-Kultur, die sich durch die algorithmische Verbreitung subkultureller Kapitalien auf TikTok zuzuspitzen scheint. In diesem Kontext soll aufgezeigt werden, inwieweit das häufig wahrgenommene „Nörgeln“ über „die Neuen“ zwar auf unterschiedliche Wertschöpfungsprinzipien zurückzuführen ist, gleichzeitig aber auch historische und diskursive Wurzeln in der Szene hat. Können diese Distinktionsversuche nicht auch als konstitutives Wertschöpfungsprinzip für die Musiksubkultur Techno verstanden werden?


Marlene Helling hat Ende 2023 ihren Master in Szenischer Forschung an der Ruhr-Universität Bochum abgeschlossen und arbeitet nun an der Schnittstelle von darstellender Kunst und Wissenschaft. Ihre Masterarbeit besteht aus der Videoperformance POOLS und einer schriftlichen theoretischen Reflexion, in der Theorien zum Naturverständnis von Bruno Latour und Donna Haraway auf die Videoperformance bezogen werden. POOLS verhandelt die Gleichzeitigkeit von ökologischer Gewalt und Tourismus. Dazu werden drei Orte des Rohstoffabbaus porträtiert und ihr jeweiliges touristisches Angebot vorgestellt. Die Orte sind der Hambacher Tagebau, das Tote Meer und das Lausitzer Braunkohlerevier. In Marlenes Vortrag werden einzelne Szenen aus POOLS mit Begriffen von Latour und Haraway analysiert.


Begüm Karagöz schloss ihren 2-Fach-BA in den Fächern Geschichte und Arabistik / Islamwissenschaft an der RUB ab und legte ihren Schwerpunkt zuletzt auf türkischsprachige Literatur aus dem 19. und 20. Jahrhundert. Dabei ist es ihr wichtig, den Blick insbesondere auf marginalisierte Persönlichkeitn jenseits des Kanons und der dominierenden Geschichtsschreibung zu richten. Mit der türkischen Schriftstellerin Suat Derviş untersuchte sie in ihrer Bachelorarbeit die Biografie und Arbeit einer Feministin und Sozialistin, die im Rahmen des kemalistischen Modernisierungsprojektes zunächst als Ideal der neuen türkisch-republikanischen Frau hervorgehoben, ab dem Ende 1930er jedoch aktiv aus der Literaturgeschichtsschreibung verdrängt wurde und schließlich in Vergessenheit geriet.


Michelle Marx studiert Theaterwissenschaft im Master of Arts an der Ruhr-Universität Bochum. 2023 schloss sie ihr Bachelorstudium in Theaterwissenschaft und Philosophie mit der Arbeit “where technology confronts the human being“ Neue Medien in zeitgenössischer Oper am Beispiel ausgewählter Werke Michel van der Aas ebenfalls an der Ruhr-Universität Bochum ab. Mit einem Schwerpunkt auf Oper und Musiktheater liegen ihre Forschungsinteressen vor allem auf experimentellen Musiktheaterformen des 20. Jahrhunderts sowie dem Einsatz und Einfluss neuer Medien in zeitgenössischer Oper.


Malte Roll studiert gegenwärtig Deutsch und Geschichte im Master of Education, nachdem er bereits Kunstgeschichte und Komparatistik mit dem 1-Fach-Master abgeschlossen hat. Er interessiert sich dabei vornehmlich für die Grenzregionen der jeweiligen Fächer und versucht vor allem Kunst und Literatur miteinander in Beziehung zu setzen, wobei er seinen Schwerpunkt auf Mittelalter und Frühe Neuzeit gelegt hat. So soll auch mit den Marienliedern Oswalds von Wolkenstein einerseits ein bisher nur oberflächlich untersuchter Werkauszug in den Blick genommen werden, andererseits ein interdisziplinärer Zugang Licht in einen Bereich bringen, der bislang nur unzureichend beleuchtet wurde, nämlich die Frage nach einer möglichen Verbindung dieser Marienlieder, denen immer wieder eine Bezugnahme auf real existierende Kunstwerke unterstellt wird, mit Objekten der Bildenden Kunst.


Franziska Seipelt studiert den Zwei-Fächer-Master Sozialwissenschaft (Sozialtheorie und Kulturpsychologie) und Gender Studies an der Ruhr-Universität Bochum. In ihrer Bachelorarbeit ist sie ihrem Forschungsinteresse an extremistischen und misogynen Akteur*innen nachgegangen und hat in diesem Zuge die Incel-Szene genauer betrachtet. Sie hat sich der Frage gewidmet, inwiefern männliche Hegemonie innerhalb der Szene hergestellt wird und inwieweit sich diese auf die Identitätskonstruktionen der Mitglieder auswirkt. 


Laura I. K. Spilker studiert im Zwei-Fach-Master Gender Studies an der Ruhr-Universität Bochum und British and Postcolonial Studies an der Universität Duisburg-Essen. Ihre Arbeit „Poetic Justice? The Haunting of the Maids in Margaret Atwood’s The Penelopiad“ befasst sich mit der Rolle der ‚Mägde‘ in The Penelopiad (2005), einer feministischen Neuerzählung von Homers Odyssee. Sie zeigt auf wie diese als Geister Atwoods Roman heimsuchen, hegemoniale Narrativen untergraben und somit auf Ungerechtigkeiten und ungehörte Stimmen aufmerksam machen. Gemeinsam mit Dr. Sina A. Nitzsche veröffentlichte sie zuletzt den Artikel „‘Ich bin nicht so eine, doch genau so eine bin ich‘: Shirin David, sexpositives Selbstmarketing und die Aneignung der Jezebel-Ikonografie auf Instagram“ in Rap & Geschlecht: Inszenierungen von Geschlecht in Deutschlands beliebter Musikkultur (2021).


Janine Ulbrich studiert im 2-Fach Master Germanistik und Gender Studies. In den Gender Studies beschäftigt sie sich mit der Verbindung zwischen Gender und Film. Dabei interessiert sie sich für die Verbindung von Gender und Genre, insbesondere in Pferdemädchenfilmen wie „Ostwind“ und „Immenhof“. In ihrer Arbeit stellt sie sich die Frage, welche ideologischen Werte in diesen Kinderfilmen durch den Filmstil verhandelt werden und in welchem Zusammenhang sie mit aktuellen gesellschaftlichen Debatten stehen.


Alexandra Zwierzynski studiert Slavische Philologie mit dem Schwerpunkt Polonistik im Master an der Ruhr-Universität Bochum. In ihrer Bachelorarbeit setzte sie sich intensiv mit der Lagerliteratur auseinander, insbesondere mit Liedtexten, welche von Gefangenen in Konzentrationslagern gesungen wurden. Dabei legt sie besonderes Augenmerk auf die Verbindung der sprachlichen Verfremdung und der Bewältigung von Kriegstraumata. Die Beschäftigung mit dieser Thematik liegt ihr sehr am Herzen und sie hofft auch, durch ihren Vortrag einen Beitrag zur Erinnerungskultur und Sensibilisierung leisten zu können.